Gottesdienst und Empfang für die Gemeindepädagogin im
Zentrum für Soziale Psychatrie in Heppenheim. „Sei behütet
auf deinen Wegen. Sei behütet auch mitten in der Nacht“,
mit dem Lied von Clemens Bittlinger verabschiedete Pfarrerin Andrea
Fröhlich am Samstag die Gemeindepädagogin in der Psychatrieseelsorge,
Annette Purbst. Purbst war vom Evangelischen Dekanat Bergstraße
angestellt für die Seelsorgearbeit in der Heppenheimer Psychatrie.
Nach fast zwei Jahren im Zentrum für Soziale Psychatrie Bergstraße
(ZSP) wird die junge Frau ihren Weg in Südengland weitergehen.
Kollegen, Ehrenamtliche und Patienten nutzten den Gottesdienst und
den Empfang, um Purbst alles Gute für die Zukunft zu wünschen
und ihr für die Arbeit zu danken, die sie geleistet hat. Dekanin
UlrikeScherf sagte der Gemeindepädagogin schon im Vorfeld,
dass sie sie nicht gerne gehen lasse und bei ihrem Grußwort
erklärte sie auch weshalb. Purbst habe die Arbeit sehr ernst
und wichtig genommen und viel Herzblut investiert. Dafür gebühre
ihr der herzliche Dank. Purbst selbst nutzte die letzte Gelegenheit,
um den ehrenamtlichen Mitarbeitern zu danken, ohne die die Arbeit
gar nicht möglich sei.
Pfarrerin Fröhlich ist klar, dass Verabschieden zum Leben dazu
gehört. Sie nahm in ihrer Predigt den Satz aus Psalm 31, Vers
9 auf. „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“,
heißt es da. Eine Zeile, die auch zum Lied vertont wurde.
Fröhlich sprach sehr persönlich. Sie sehe darin einen
Raum, indem sie viel Licht erlebe, einen Raum, der einem Freiheit
gebe. In der Arbeit der Gemeindepädagogin im ZSP haben die
Patienten Purbst immer wieder an ihrem Leben teilhaben lassen. „Durch
diese Offenheit war es Dir leicht gemacht worden“, leicht
auch selbst neue Wege zu gehen. So hat Purbst beispielsweise in
diesen zwei Jahren stricken gelernt und vielen anderen Menschen
Raum gegeben. Auch Pfarrerin Fröhlich selbst verlieh sie mit
diesem Raum Freiheit und Kraft, mit weniger Bedenken zum Computerkurs
zu gehen. Und Purbst habe diesen Raum eben auch genutzt. Sie hat
sich für einen neuen Weg entschieden, einen Weg in die Ferne
und Gott wird sie dabei begleiten. „Vertraut den neuen Wegen“
hieß deshalb auch das Lied im Anschluss.
Dekanin Scherf betonte nicht nur die tolle Arbeit, die Purbst geleistet
habe, sondern auch, wie wichtig der Evangelischen Kirche die Stelle
beim ZSP ist. Deshalb wolle das Dekanat die Stelle auf jeden Fall
wieder besetzen. Neben einer halben Pfarrstelle, die Pfarrerin Fröhlich
wahrnimmt, stellt das Dekanat eine weitere halbe Stelle im Bereich
der Seelsorge zur Verfügung. „Wir hoffen, dass bei der
räumlichen Gestaltung auch die evangelische Seelsorge berücksichtigt
wird“, so die Dekanin. Sie bezog sich dabei auf den geplanten
Neubau des Zentrums und hoffte, dass die evangelische Kirche auch
künftig zum Profil ihrer Einrichtung betragen kann. Auch Christel
Fuchs vom Dekanatssynodalvorstand bedauerte das Gehen der jungen
Frau und betonte ebenso die Bedeutung der Arbeit für das Dekanat.
Auch von Seiten der Klinik habe sie nie etwas anderes gehört.
Für die Klinik war Anke Berger-Schmitt, die Betriebsleiterin
des ZSPs da und auch Claus-Peter Riebel, der Akkordeonspieler des
Café Freitag nahm Abschied. Dr. Achim Monninger, Arzt im
ZSP begleitete den Gottesdienst und den anschließenden Empfang
mit Klaviermusik.
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