In Jugenheim begann die Kerb traditionell mit einem ökumenischen
Gottesdienst. Seit drei Jahren singt Pfarrer Gerhard Hechler das
bekannte Peter-Maffay-Lied in abgewandelter Form: "Über
sieben Bänke muss ich sehn, 70 Leute sonntags, das wär
schön, sieben mal warn wir hier fast allein, sagt mir, wann
wird unsre Kirche voller sein?" An der Kerb jedenfalls brauchte
er sich mit 280 Besuchern wahrlich nicht zu beklagen. Die Kerweborsch
ihrerseits sangen am Ende des Kerbgottesdienstes ihr Jugenheim-Lied.
Seit 1999 hält Pfarrer Hechler mit dem Kerwevadder eine Dialogpredigt
in Mundart. Jens Heist war sein Gesprächspartner in diesem
Jahr. Die Themen sind seriös, der Ton locker und lustig, es
darf gelacht werden in der Jugenheimer evangelischen Bergkirche.
Hechlers Dialogpredigten, in denen auch schon einmal die Darmstädter
literarischen Originale Datterich und Dummbach zu Wort kommen oder
Hermann Hesses Stufengedicht in hessisch seine Welt-Uraufführung
erlebt, haben sich zum Exportartikel entwickelt: In drei Odenwaldgemeinden
brachten sie bereits, lokal abgewandelt, viele Kerbgottesdienstbesucher
zum Schmunzeln.
Es war der erste Kerbgottesdienst in der frisch renovierten Bergkirche.
Am Gottesdienst mitgewirkt haben außerdem die beiden katholischen
Gemeindereferentinnen, Inge Gärtner und Ursula Haas. Die Kollekte
für die Demenzwohngemeinschaft, die der Förderverein der
Diakoniestation "Nördliche Bergstraße" in der
Stiftung "Altes Forstamt" einrichten wird, ergab 411 €.
Anschließend ging es zum Feiern. Samstags erlebt Jugenheim
einen Kerbeumzug, an dem auch immer ein ökumenischer Wagen
teilnimmt. Themen waren schon die Jugendarbeit, Hechlers Diakoniestation
und in diesem Jahr fuhr ein Modell des Jugenheimer Alten Forstamts
mit, das derzeit renoviert wird.
Auf dem Festplatz sind die Kirchen ebenfalls vertreten: Seit Jahren
bieten die Pfadfinder und Gemeindeglieder beider Kirchen einen großen
Stand mit Essen und Trinken an, bei dem man sich zu gemütlichem
Plausch, etwas abseits der Band, trifft.
Pfarrer Gerhard Hechler
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