„Wer sich von seinem Herd entfernt auf der Suche nach Wissen,
der geht den Weg Gottes.“ Mit diesem Zitat des großen
Religionsstifters Mohammed eröffnete Dr. phil. Gabriele Berrer-Wallbrecht
(Islamwissenschaftlerin aus Schriesheim) am Wochenende den gut besuchten
Vortragsabend im Haus der Kirche. Thema dieser Sonntagabend-Veranstaltung
war das „Bild der Schöpfung im Islam“, zu dem Christine
Steigler, Fachreferentin für Bildung, die ca. 40 interessierten
Teilnehmer begrüßte.
Gabriele Berrer-Wallbrecht nahm dabei das Publikum sehr lebendig
mit auf die Reise in eine islamische Welt, in der Religion alle
Lebensbereiche umschließt. Ausgehend von den Suren des Koran
entfaltete die Referentin ein Bild des Islam, das sich weit von
dem entfernt, was in unserer Öffentlichkeit so oft mit vielen
klischeehaften Vorurteilen behaftet ist. „Islam“ bedeutet
nach dem Religionsstifter Mohammed soviel wie „sich in den
Willen Gottes ergeben.“ Mohammed selbst verstand sich als
„Siegel der Religionen“, damit zugleich als „Beschließer“
der letzten Weltreligion. Eine der Kernaussagen darin lautet: „Alles,
was geschieht, geschieht allein im Willen Gottes (Allahs)“.
Daraus leitet sich die oft gehörte Redewendung „inch
allah“ ab, die in etwa bedeutet: „wie Gott es will“.
Mit ihrem Hinweis auf die Lehren des Koran schlug die Referentin
immer wieder auch einen Bogen zu den beiden anderen monotheistischen
Religionen, zum Judentum und Christentum. Dabei machte sie deutlich,
dass das Alte Testament und sein Gottesbild eine wesentliche Quelle
der muslimischen Religion darstellt. Nicht nur in der Person des
gemeinsamen Stammvaters „Ibrahim“ (hebr. Abraham) sondern
auch in den Aussagen des Koran zum Verständnis des Schöpfungsglaubens
wurde erkennbar, dass ein Dialog auf der Ebene der so genannten
„Hochreligionen“ zu mehr Verständnis und gegenseitiger
Toleranz beitragen könnte. Die augenblicklich erlebten gewaltsamen
Auseinandersetzungen sind nach Meinung Berrer-Wallbrechts rein politischer
Natur und stimmten in keiner Weise mit dem Gottesbild des Islam
überein.
Der lang anhaltende Beifall am Ende eines hochspannenden und humorvollen
Vortrags war der verdiente Lohn für Dr. Gabriele Berrer-Wallbrecht,
die mit ihren Ausführungen – wie Christine Steigler in
ihren Dankesworten ausführte – „Appetit auf mehr“
machte.
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