Mit
einem Festgottesdienst in der Evangelischen Kirche in Birkenau wurden
letzte Woche sieben neue Notfallseelsorger/innen in ihren Dienst
eingeführt. Beauftragt wurden fünf Männer und zwei
Frauen aus unterschiedlichen Berufen, die in Seminaren und Praktika
zu ehrenamtlichen Notfallseelsorger/innen ausgebildet wurden. Künftig
werden auch sie bereit stehen, wenn Menschen im Kreis Bergstraße
durch einen plötzlichen Todes- oder Unglückfall in Not
geraten.
Wie wichtig diese Aufgabe ist, machte die Koordinatorin der Notfallseelsorge
Bergstraße, Pfarrerin Barbara Tarnow, in ihrer Ansprache deutlich.
In Bezugnahme auf ein Gedicht von Rainer Maria Rilke über „Engel“
sagte Tarnow: „Notfallseelsorger sind schon für manchen
zum Engel geworden.“ Es sei ein überaus segensreicher
Dienst, sich „mitten aus dem Alltag, ja mitten aus dem Schlaf
reißen zu lassen“, um sich auf das Leid anderer Menschen
einzulassen. Eine Aufgabe, für die die Notfallseelsorger selbst
auf Segen angewiesen sind. Der wurde ihnen zugesprochen von Dekanin
Ulrike Scherf (Evangelisches Dekanat Bergstraße), Dekan Hans-Georg
Geilersdörfer (Katholische Dekanate an der Bergstraße)
und Pastor Andreas Nieporte (Evangelische Freikirche Christus-Zentrum
Bergstraße). Anschließend wurden die neuen Notfallseelsorger
ausgestattet mit Dienstausweisen, den blauen Notfallseelsorge-Jacken
und je einem „Startpacket“ mit wichtigen Utensilien
für den Einsatz.
Bildunterschrift:
Dekanin Ulrike Scherf, Dekan Hans-Georg Geilersdörfer und Pastor
Andreas Nieporte (Mitte), sowie Pfarrerin Barbara Tarnow (links)
und Dekanatsreferent Stephan Volk (rechts) mit den neu beauftragten
und in die reflektierenden Jacken gekleideten Notfallseelsorger/innen
für den Kreis Bergstraße (vlnr): Pfarrer Dominik Kanka
(Bensheim-Schwanheim), Christa Will (Bensheim), Dr. Carsten Schneider
(Hirschhorn), Kaplan Christian Rauch (Lorsch), Gemeindereferent
Michael Held (Bürstadt), Pfarrerin Edith Unrath-Dörsam
(Birkenau), Pastoralreferent Hans-Peter Kohl (Bensheim).
Hintergrund:
Das Team der Notfallseelsorge ist bereit, für Menschen da zu
sein, wenn diese plötzlich und unerwartet dem Tod begegnen:
Ein Mann verunglückt auf dem Weg nach Hause. Eine Frau bricht
in der Wohnung zusammen und der Rettungsdienst kann sie trotz aller
Bemühungen nicht am Leben erhalten. Da stirbt ein Kind oder
es setzt ein Mensch seinem Leben das Ende. Auf einmal brennt ein
Haus oder auf einer Baustelle geschieht ein Unfall. Der Tod hat
viele Gesichter und immer wieder bricht er von einer Minute zur
anderen in das Leben ein.
Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger helfen die ersten besonders
schrecklichen Stunden zu überstehen. Sie halten den Schmerz
mit aus, sie helfen Angehörige zu verständigen, sie stellen
Kontakte her, begleiten ins Krankenhaus oder ermöglichen einen
würdevollen Abschied von den Verstorbenen. Die Notfallseelsorge
kann über die Leitstelle Tag und Nacht vom Rettungsdienst,
der Polizei und Feuerwehr alarmiert werden.
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