| 15.03.2007 Drei Versuche, „Gott-los“ zu werden - Vortragsreihe über Atheismus und Christentum in Viernheim |
Dr. Günther setzte sich insbesondere mit dem Buch „Atheismus im Christentum“ (1968) auseinander. Seine Kritik galt der Art Ernst Blochs, biblische Texte zu lesen. Er wies auf Verkürzungen und Auslassungen hin, die zu einer einseitigen Bibelauslegung führten. Ebenso stellte er eine Verharmlosung des Bösen fest. Schließlich bemängelte er Blochs durchgängige Darstellung des Gottes der Bibel als eines „himmlischen Herrschers von oben“. Dem wurde die Auffassung entgegengesetzt, dass im Verlauf der Heilsgeschichte „Gott dienend nach unten hin wirkt“, was in seiner Menschwerdung in Jesus Christus gipfelt. Von Seiten der Zuhörerschaft aus evangelischen und katholischen Gemeinden Viernheims, aus Mannheim und dem hessischen Ried wurde die Frage aufgeworfen, wieweit Religionskritik nicht eine ureigenste Aufgabe der christlichen Theologie selbst sei. Es gelte aufmerksam zu sein, wenn kirchliches Handeln von politischen Zwecken vereinnahmt werde. Andererseits wurde die „Option für die Armen und Schwachen“ in der Nachfolge Jesu eine berechtigte Parteinahme von Christinnen und Christen genannt. Auch auf aktuelle Formulierungen eines durchdachten Atheismus wurde hingewiesen, der aus ökologischer Sicht die biblische Schöpfungslehre als gescheitert ansehe. Die Veranstaltungsreihe, die mit einer Auseinandersetzung mit dem
Kirchen- und Religionskritiker Friedrich Nietzsche begonnen hatte,
schloss mit einer psychologischen Annäherung an die biblische
Sündenfall-Geschichte.
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