Gelungene Soirée am 30. September im Haus der Kirche in Heppenheim
Wer je geglaubt hatte, dass allein der berühmte Wolfgang Amadeus überragendes musikalisches Talent besessen hätte, wurde spätestens nach dieser äußerst gelungenen Spätnachmittagsveranstaltung im Haus der Kirche in Heppenheim eines Besseren belehrt.
Heinz und Christina Ufer, als ausgewiesene Mozartkenner, hatten gemeinsam mit der Fachstelle Bildung im evangelischen Dekanat Bergstraße Süd zu dieser Soirée am letzten Samstag um 17.00 Uhr geladen. Nachdem die Fachreferentin, Christine Steigler, mit launischen Wor-ten der Begrüßung das interessierte Publikum auf das Kommende einzustimmen wusste, war es Prof. Heinz Ufer und seiner Frau Christina vorbehalten, in lebendig abwechselnden Vortragsstücken eine biografisch-eindrückliche Familiengeschichte der Mozarts aufzuzeigen. Angefangen von den Eltern Leopold und Anna Maria bis hin zu Leben und Wirken des berühmten Komponisten Wolfgang Amadeus, an dessen musikalischem Werdegang freilich sein Vater einen mehr als wesentlichen Anteil hatte, bis hin zu Wolfgangs eigenem Lebens- und Komponistenwirken, spannte sich der mit vielerlei Anekdoten gespickte Bogen in teils humoriger, teils nachdenklicher Weise.
Es waren dabei die vielerlei neuen und überraschenden Aspekte jener Familiengeschichte, die das Gehörte für alle Zuhörenden zu einem einzigartigen Erlebnis werden ließen. Unterbrochen wurde das Vorgetragene jeweils durch einzelne Spielstücke, sozusagen als musikalische Resonanz in der Abfolge der jeweiligen biografischen Stationen.
Den Anfang machten zwei Stücke für zwei Violinen aus der Feder des Vaters Leopold Mo-zart, die durch die beiden Violinistinnen Beatrice Schächner und Teresa Freund in hervorragender Weise dargeboten wurden. Das gleiche galt für die ihnen folgenden Kompositionen von Vater Leopold, wobei es der Pianist Ingo Derendorf bestens verstand, mit leichter Hand das niveauvoll virtuose Spiel trefflich zu ergänzen. Einer der Höhepunkte der Veranstaltung bildeten zweifellos fünf Liedkompositionen aus der Feder des großen Meisters Wolfgang Amadeus, vorgetragen von der Sopranistin Stefanie Fischer, der es mit ihrer wohlklingenden Stimme gelang, die unterschiedlichen Texte und Melodien in ihrer jeweiligen Eigenheit zu unterstreichen, wobei ihr die einfühlsame Begleitung durch Ingo Derendorf am Klavier in hohem Maße zu Gute kam. Das letztendlich die über viele Jahre Wolfgang Amadeus Mozart zugeschriebene Vertonung des Liedes „Schlafe mein Prinzchen, schlaf ein“, die den Abschluss dieses Lieder-Zyklus’ bilden sollte, von Bernhard Flies komponiert worden ist, tat dem harmonischen Gesamteindruck gewiss keinen Abbruch.
Den Abschluss der Veranstaltung insgesamt krönten zwei Stücke für Violine und Klavier, zum einen der 1. Satz aus der Sonate in e-moll von Wolfgang Amadeus, zum anderen der 1. Satz aus der Sonate in F-Dur, einer eher unbekannten Komposition aus der Feder des Mozart-Sohnes Franz Xaver. Beatrice Schächner gebührt an dieser Stelle zuvörderst Dank und Anerkennung für ihren in jeder Hinsicht professionell virtuosen Vortrag zweier Kompositionen, deren Interpretation höchstes künstlerisches Niveau erfordert.
Der sich anschließende lang anhaltende Beifall eines gleichermaßen interessierten wie begeisterten Publikums war verdienter Lohn für alle Mitwirkenden für einen ebenso eindrucksvollen wie unvergesslichen, vor allem „etwas anderen“ Mozartabend im Haus der Kirche. |