Zu einem Neujahrsempfang der besonderen Art hatte am Vorabnd des
1. Advent wieder die Evangelische Kirche an der Bergstraße
und im Ried eingeladen. Dabei ging es allerdings weniger um ein
vorgezogenes Anstoßen auf das Kalenderjahr 2007. Vielmehr
stand der Beginn des neuen Kirchenjahres im Blickpunkt. Und der
ist nach alter christlicher Tradition am 1. Adventssonntag. Diesmal
fand das von manchen inzwischen lang erwartete Ereignis in Lampertheim
statt. Die dortige Ernst-Pfeiffer-Halle bot den nötigen Rahmen,
nachdem der Veranstaltungsort der letzten Adventsempfänge –
der „Halbe Mond“ in Heppenheim - augenblicklich nicht
zur Verfügung steht.
Wieder einmal waren Vertreter der einzelnen evangelischen Kirchengemeinden
der Region, aber auch zahlreiche überregionale Repräsentanten
aus Kirche und Politik geladen. Grußworte zum „Neuen
Kirchenjahr“ überbrachten dann auch Präses Axel
Rothermel (Evangelisches Dekanat Bergstraße), die stellvertretende
Ministerpräsidentin Karin Wolff (Land Hessen), Landessynodaler
Dr. Ulrich Oelschläger (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau,
EKHN), Landrat Matthias Wilkes (Kreis Bergstraße) und Pröpstin
Karin Held (Propstei Starkenburg).
Den Festvortrag hielt die stellvertretende Kirchenpräsidentin
der EKHN, Cordelia Kopsch. Unter dem Titel „Kirche in der
Zukunft – Worauf stellen wir uns ein?“ skizzierte sie
Perspektiven für die kirchliche Arbeit der nächsten Jahre.
Bezug nehmend auf die Adventszeit als Gelegenheit zu Buße
und Nachdenken machte sie deutlich, dass durch die angespannte Finanzlage
und manche unangenehme Zukunftsprognose vieles neu gedacht werden
müsse. Doch, so stellte sie befriedigt fest: „Das Nachdenken
hat an vielen Stellen der Kirche schon begonnen.“ Dabei verwies
sie auf schon bestehende Arbeitsgruppen und Konzepte, die sich mit
der Frage beschäftigen, wie Evangelische Kirche auch im Jahr
2025 noch handlungsfähig sein kann. Kopsch betonte daher auch,
dass es nicht nur um Einsparungen und Rückbau kirchlicher Arbeit
gehen könne. Vielmehr wäre es wichtig, sich auf die Kernaufgaben
zu besinnen und Schwerpunkte dort zu setzen, wo Kirche nach wie
vor unverzichtbare Aufgaben hat. Die Evangelische Kirche in Hessen
und Nassau habe für die Menschen da zu sein und es gelte zu
prüfen, wie sie das auch unter veränderten Rahmenbedingungen
am besten tun könne.
Ingesamt also keine hoffnungslose, sondern eine zukunftsweisende
Stimmung auf dem Neujahrsempfang. Das anschließende gemeinsame
Essen sowie die stimmungsvolle Musik von der Dekanatskantorei Ried
(Leitung: Heike Ittmann) und dem Schlierbacher Posaunenchor (Leitung:
Alfred Rettig) waren noch mehr Signale dafür, dass das neue
Jahr gut beginnen wird.
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