02.12.2006 Evangelische Kirche lädt zum „Neujahrsempfang“ - Neues Kirchenjahr beginnt mit dem 1. Advent

Zu einem Neujahrsempfang der besonderen Art hatte am Vorabnd des 1. Advent wieder die Evangelische Kirche an der Bergstraße und im Ried eingeladen. Dabei ging es allerdings weniger um ein vorgezogenes Anstoßen auf das Kalenderjahr 2007. Vielmehr stand der Beginn des neuen Kirchenjahres im Blickpunkt. Und der ist nach alter christlicher Tradition am 1. Adventssonntag. Diesmal fand das von manchen inzwischen lang erwartete Ereignis in Lampertheim statt. Die dortige Ernst-Pfeiffer-Halle bot den nötigen Rahmen, nachdem der Veranstaltungsort der letzten Adventsempfänge – der „Halbe Mond“ in Heppenheim - augenblicklich nicht zur Verfügung steht.
Wieder einmal waren Vertreter der einzelnen evangelischen Kirchengemeinden der Region, aber auch zahlreiche überregionale Repräsentanten aus Kirche und Politik geladen. Grußworte zum „Neuen Kirchenjahr“ überbrachten dann auch Präses Axel Rothermel (Evangelisches Dekanat Bergstraße), die stellvertretende Ministerpräsidentin Karin Wolff (Land Hessen), Landessynodaler Dr. Ulrich Oelschläger (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, EKHN), Landrat Matthias Wilkes (Kreis Bergstraße) und Pröpstin Karin Held (Propstei Starkenburg).
Den Festvortrag hielt die stellvertretende Kirchenpräsidentin der EKHN, Cordelia Kopsch. Unter dem Titel „Kirche in der Zukunft – Worauf stellen wir uns ein?“ skizzierte sie Perspektiven für die kirchliche Arbeit der nächsten Jahre. Bezug nehmend auf die Adventszeit als Gelegenheit zu Buße und Nachdenken machte sie deutlich, dass durch die angespannte Finanzlage und manche unangenehme Zukunftsprognose vieles neu gedacht werden müsse. Doch, so stellte sie befriedigt fest: „Das Nachdenken hat an vielen Stellen der Kirche schon begonnen.“ Dabei verwies sie auf schon bestehende Arbeitsgruppen und Konzepte, die sich mit der Frage beschäftigen, wie Evangelische Kirche auch im Jahr 2025 noch handlungsfähig sein kann. Kopsch betonte daher auch, dass es nicht nur um Einsparungen und Rückbau kirchlicher Arbeit gehen könne. Vielmehr wäre es wichtig, sich auf die Kernaufgaben zu besinnen und Schwerpunkte dort zu setzen, wo Kirche nach wie vor unverzichtbare Aufgaben hat. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau habe für die Menschen da zu sein und es gelte zu prüfen, wie sie das auch unter veränderten Rahmenbedingungen am besten tun könne.
Ingesamt also keine hoffnungslose, sondern eine zukunftsweisende Stimmung auf dem Neujahrsempfang. Das anschließende gemeinsame Essen sowie die stimmungsvolle Musik von der Dekanatskantorei Ried (Leitung: Heike Ittmann) und dem Schlierbacher Posaunenchor (Leitung: Alfred Rettig) waren noch mehr Signale dafür, dass das neue Jahr gut beginnen wird.