Heppenheim/Hähnlein
Eine lebhafte Diskussion zwischen Christen und Muslimen über
Gewalt in den Religionen – das war das Ergebnis einer Veranstaltung
am vergangenen Mittwoch in Hähnlein. Die Evangelische Kirche
an der Bergstraße hatte zu diesem Abend eingeladen und der
Ökumene-Pfarrer Dr. Hansjürgen Günther eröffnete
mit einem Eingangsreferat. Darin machte Günther deutlich, dass
Jesus im Unterschied zu Mohammed weder Heerführer noch Staatsmann
sein wollte. „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist!“,
wäre seine Botschaft gewesen. Waffengewalt – auch zum
Zwecke der Verteidigung – hätte er konsequent abgelehnt.
Anders Mohammed: Durch ihn erhält der Islam nach Günthers
Darstellung kämpferische Züge. Eroberung wäre im
ersten Jahrhundert des Islam zentrales Paradigma geworden.
Die anschließende Diskussion wurde durchaus kontrovers geführt.
Einig waren sich die ca. 40 Zuhörer/innen allerdings, dass
von beiden Religionen im Lauf ihrer Geschichte viel Gewalt ausging.
Doch während die Kreuzzüge heute von allen christlichen
Kirchen als Verirrung und Verrat an der christlichen Botschaft verstanden
würden, fiele die muslimische Bewertung des so genannten „Dschihad“
unterschiedlich aus. Viele islamistische Gruppen weltweit würden
den Dschihad bis heute in einem kämpferischen Sinn deuten.
Die 16 muslimischen Gesprächsteilnehmer des Abends allerdings
betonten, dass sie den Dschihad nicht in einem militärischen,
sondern bloß in einem spirituellen Sinn verstehen würden.
Auf jedem Fall war man sich an diesem Abend einig darin, dass der
Dialog sinnvoll ist und nach Fortsetzung ruft.
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