31.10.2006 Studienfahrt für Erzieherinnen ins Elsaß

Bericht von der Studienfahrt ins Elsaß

Die Studienfahrt „Aus der Vergangenheit schöpfen und das Heute gestalten“ brachte Erzieherinnen aus den ehemaligen Dekanaten Bergstraße Mitte und Bergstraße Süd vom 4. - 6. Oktober in den Elsaß. Die Fahrt, auf das Beste organisiert von Birgit Geimer, Referentin für Bildung und Erziehung im Evangelischen Dekanat Bergstraße, und fachlich begleitet von Hr. Sczeponek, Fachberater vom Zentrum Bildung, war für die neun Teilnehmerinnen mit anregenden und informativen Eindrücken zu Erziehungsfragen im frühen und heutigen Frankreich verbunden.

Der Besuch im neu gestalteten und erweiterten Oberlin-Museum überraschte uns mit vielen interessanten und neugierig machenden Materialien und Ausstellungsstücken, welche auch zu eigenem Erproben anregten. Wir konnten dabei viele Parallelen zu dem heutigen Situationsansatz erkennen. So sammelte Oberlin z.B. mit seinen Schülern schon um 1770 Blätter von Bäumen und Sträuchern aus der Umgebung, benannte sie und legte das noch heute meist sortierte Pflanzenheft an. Ein Besuch des Hauses ist sehr empfehlenswert, nicht zuletzt auch wegen der Möglichkeit einer deutschsprachigen Führung.

Eine Führung durch Straßburg ließ uns einen Einblick in die reichlich wechselhafte Geschichte der Stadt nehmen. Danach waren ein Baguette oder ein Crepes und ein Café au lait nötig, um uns wieder zu Kräften zu bringen
Das Gespräch am Nachmittag mit einer Erzieherin zu inhaltlichen Fragen der Vorschulpädagogik ließ uns erstaunt festhalten, dass das französische Konzept zur frühkindlichen Erziehung ein doch recht verschultes System aufweist und das Recht des Kindes auf freie Entfaltung dabei eher im Hintergrund bleibt. Der angestrebte bilinguale Unterricht lässt sich auch in Frankreich aufgrund der Rahmenbedingungen eher schwierig umsetzen. Abschluss des Treffens war dann der Besuch eines privaten Kindergartens.

Am letzten Tag hatten wir die Möglichkeit, das Kloster Mont Saint-Odile zu besichtigen. Die Entstehung und Entwicklung des „Heiligtums in den Wolken“ wurde uns von einem älteren Herrn mit besten Deutschkenntnissen seht eindrucksvoll geschildert. Zum guten Schluss erhaschten wir dann auch einen guten Blick über die Rheinebene, die an diesem Tag wolkenverhangen war.

Bei den gemeinsamen Besichtigungen, Rundgängen und Mahlzeiten lernten sich die Teilnehmerinnen aus dem frisch-vereinigten Dekanat Bergstraße immer besser kennen und beschlossen bei dem Versuch, eine elsässische Sauerkrautplatte für 4 Personen zu verzehren, dass sie diese und andere wichtige Unternehmungen in der Zukunft ganz sicher gemeinsam am besten schaffen werden.

Conny Klüver, Leiterin der Kindertagesstätte Bensheim-Zell