Stolz
zeigt Katharina einen Igel, den sie aus Ton geformt hat. „Einen
Igel, Fische, einen Kerzenständer und ein Kreuz hab ich gemacht“,
sagt die Siebenjährige. - Ein Kreuz und Fische, christliche
Symbole von einer Siebenjährigen. Mit 20 anderen Kindern aus
dem Evangelischen Dekanat Bergstraße hat sie am Wochenende
beim Kinderkirchentag in Bensheim getöpfert. Insgesamt waren
200 Kinder aus 17 Gemeinden in der Bensheimer Stephanusgemeinde.
Am schönsten fand Katharina aus Zwingenberg aber nicht das
Töpfern, das kam an zweiter Stelle. Toller war das Theaterstück,
das in den Gottesdienst integriert war. Es erzählte die Geschichte
von zwei christlichen Kindern im alten Rom und davon, dass das nicht
ungefährlich war. Da stimmte Miriam ihr zu, sie hat mitgespielt
beim Theater und freute sich, dass alles geklappt hat, „außer
ein paar Sachen, aber das war nicht so schlimm.“
Den Gottesdienst gestaltete Dekanantsjugendpfarrer Renatus Keller
gemeinsam mit der Referentin für Kindergottesdienst und Organisatorin,
Beate Schuhmacher-Ries. Auch Dekanin Ulrike Scherf begrüßte
die Kinder. Sogar eine kleine Band gab es extra für den Kinderkirchentag,
Dekanatskantor Konja Voll, Dekanatsjugendpfarrer Thomas Hoffmann,
Gerharde von Burstin und der Jugendliche Jan sorgten für die
richtigen Töne und so war es weit zu hören, als die 200
Kids am Sonntag „Sei ein lebendiger Fisch, schwimme doch gegen
den Strom“ sangen. Es wurde natürlich auch gebetet beim
Gottesdienst „für die Kinder auf der ganzen Welt, dass
sie zu essen haben“ und um zu erfahren, was es heißt
eine Gemeinschaft zu sein – und mit den vielen Kindern aus
dem ganzen Dekanat war es eine große Gemeinschaft, die sich
am Ende des Tages sogar Brot und Trauben teilten.
Musik erklang den ganzen Tag in der Stephanusgemeinde, denn es wurden
in den Workshops, die die Kinder nach dem Gottesdienst besuchen
konnten, nicht nur Instrumente gebastelt, sondern auch fleißig
musiziert. Der Fisch, das Geheimzeichen der Christen in Rom, tauchte
an vielen Stellen in den meisten Workshops auf. Beim Kochen und
Backen schwamm er auf dem Kinder-Tiramisu. Das gefiel der elfjährigen
Anna gut, sie freute sich darauf, „dass wir am Ende alles
Essen dürfen“, meinte die Jugenheimerin, die sich fürs
Kochen entschieden hat. Die „armen Ritter“ waren nicht
Linneas erster Backversuch. Zu Hause hat die Fünfjährige
schon mit Mama Plätzchen gebacken. Linnea war – wie viele
Kinder – mit ihrer großen Schwester Miriam da.
Auf Steinen wurde der Fisch in Mosaiksteinen zum Wegweiser und an
anderer Stelle zierte er ein Holzbrett glänzend in Pailletten
und Perlen. Kleine, rote Perlen klebte die fünfjährige
Laura aus Lorsch als Augen auf den Papierfisch und Marcel aus Wahlen
neben ihr konzentrierte sich auf seine Streichhölzer, die er
als Schuppen umfunktionierte. Ganz fleißig war der Bensheimer
Lukas, neun Jahre alt, schon drei Fische hat er mit Steinchen und
Pailletten beklebt oder aus Glanzpapier ausgeschnitten. Stolz zeigte
Victoria ihre Wachstafel, wie die römischen Kinder sie für
die Schule hatten. „Erst haben wir gemessen, dann geschnitten“,
erklärt die Neunjährige fachmännisch. Wie man darauf
schreibt ist einfach: Mit einem Holzstab ritzt man etwas ein, aber
das entfernen ist schwieriger. Mit einem kleinen Metallstück
muss man so lange rubbeln, bis die Schrift und die Zeichnungen nicht
mehr zu sehen sind.
Aber nicht nur der Fisch erinnerte an die Zeit der ersten Christen,
Gladiatorenkämpfe, die allerdings viel harmloser daher kamen
als früher, und das Rüstungsbasteln der Legionäre
führte zurück in die Zeit der alten Römer. „Ich
komm selbst nicht dran“, ist bei den Legionären zu hören.
Mit Bindfäden schnüren sich Annabelle und Alina aus Zwingenberg,
die einzigen Mädels der Gruppe ihre silberne Wellpappenrüstung
zusammen. Sie kennen sich aus der Schule und haben sich gemeinsam
angemeldet „keine falsche Entscheidung“, befinden die
Elf- und Zwölfjährige. Auch die typischen Häuser
der damaligen Zeit, Spiele, wie sie die Jungen und Mädchen
damals spielten und Schmuck aus silbernen Schlangen und Geld wurden
hergestellt. Ganz egal, aber, was die Kids gemacht haben, überall
waren strahlende Augen und freudige Gesichter zu sehen. Das ist
vor allem den 50 Helfern zu verdanken, die bei den Workshops und
beim Essen für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben. Und
wenn die fertigen Basteleien, wie die Tonfische und Kerzenhalter
in die Gemeinden geliefert werden, haben die Kleinen eine schöne
Erinnerung an den Dekanatskinderkirchentag.
Bild und Text: Marion Körner
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