Um die Perspektiven und künftigen Schwerpunkte der kirchlichen
Handlungsfelder ging es am Freitag bei der Synode des Evangelischen
Dekanats Bergstraße. Die Synode ist die Tagung der gewählten
Kirchenparlamentarier in der Region, die in der Regel zweimal im
Jahr stattfindet. Den Vorsitz hat Präses Axel Rothermel, der
in Viernheim 80 Parlamentarier begrüßen konnte, außerdem
zahlreiche Mitarbeiter des Dekanats und den Viernheimer Bürgermeister
Matthias Baaß. „Mir macht dies wiederum deutlich, dass
Politik und Kirche in einer Welt handeln“, betonte Rothermel
nach der Begrüßung. Neben der Verbindung Kirche und Politik
gab es am Freitag auch eine ökumenische, denn die Evangelische
Synode tagte im katholischen Pfarrer-Molitor-Haus, das zum Pfarramt
St. Aposteln gehört.
Suiten von Marin Marais ertönte im Saal des Pfarrer-Molitor-Hauses
und mit diesem Beginn waren die Kirchenparlamentarier auch schon
mitten im Thema. Denn auch die Kirchenmusik zählt zu den Handlungsfeldern,
wie Dekanin Ulrike Scherf ausführte: Handlungsfelder beschreiben
Arbeitsgebiete, die zum Wesen der Kirche gehören und auch in
der Zukunft Kernaufgaben in Gemeinde und Dekanat sein werden.
1997 hat die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau
entschieden, fünf sogenannte konstitutive Handlungsfelder festzulegen.
Als erstes die Verkündigung, die das Geistliche Leben und die
Kirchenmusik impliziert. Als zweites die Seelsorge und Beratung.
Ein drittes Handlungsfeld umfasst Bildung, Erziehung und die Arbeit
mit Zielgruppen.
Die Diakonie und die Gesellschaftliche Verantwortung sind das vierte,
Ökumene das fünfte Handlungsfeld. Zu diesen fünf
kommt ein Querschnittsbereich, die Öffentlichkeitsarbeit, die
für die fünf Handlungsfelder Unterstützung bietet.
Nach der kurzen Vorstellung hatten die Synodalen Gelegenheit in
kleinen Gruppen ins Gespräch mit den Repräsentanten der
Handlungsfelder zu kommen und ihre Vorstellungen zu äußern.
Das Gespräch war wichtig, denn mit den künftigen Schwerpunkten
können sich auch die Verantwortlichkeiten ändern, die
die Kirche in der Region übernimmt.
Verantwortung zeigte auch Liselotte Lannert, die beim Neujahrsempfang
des Dekanats mit der Starkenburger Silberplakette ausgezeichnet
wurde. Sie verwaltete 50 Jahre lang die Kirchenkasse in Zotzenbach.
Rothermel blickte bei der Erwähnung des Ereignisses nicht nur
ins vergangene Jahr zurück, er erinnerte auch daran, dass ehrenamtliche
Arbeit wert voll ist. „Es geht nicht darum „Arbeiter“
zu gewinnen sondern Mitdenker, Mitentscheider und Mitarbeiter.“
Diese Mitarbeiter sind beispielsweise auch Kirchenvorstände,
die wesentlich die Kirche in den Gemeinden prägen. Pröpstin
Karin Held besuchte 15 von ihnen im vergangenen Jahr gemeinsam mit
der Dekanin und Mitgliedern des DSV bei der Visitation. Sie erzählte
von einem Büchlein, dass von einem Bischof handelt, der mit
dem Fahrrad inkognito die Gemeinden aufsuchte – so lief das
hier natürlich nicht ab. Trotzdem habe sie viel erfahren vom
chronischen Geldmangel, von gelingenden Projekten oder von der Konfiarbeit
im Rahmen von Ganztagsschulen.
Schule ist das Stichwort, denn auch Anke Thürigen unterrichtet
in Birkenau. Sie ist Erzieherin, Sozialpädagogin und Religionspädagogin
in der Heilig-Geist-Gemeinde in Heppenheim und eine von drei neuen
Gemeindepädagoginnen im Dekanat. Jutta Gemeinhardt arbeitet
am Zentrum für Soziale Psychiatrie in Heppenheim und Ingrid
Emig ist in Mörlenbach in der Gemeinde tätig. Der Synode
wurde außerdem Wolfgang Grün, der neue Gleichstellungsbeauftragte
vorgestellt.
Ab ersten Juni soll ein Referent für Fundraising die Gemeinden
unterstützen, in dem er ausbildet, berät, Kontakte aufbaut
und fortbildet. Das Dekanat hofft außerdem bald von einer
Pilotstelle für Mehrgenerationenarbeit zu profitieren. Die
Bewerbung um die Stelle läuft. Gerade im Blick auf die demographische
Entwicklung hält das Dekanat die Förderung generationsübergreifender
Angebote für wichtig.
Text: Marion Körner
Bild: Jule Kühn
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