In
jeder menschlichen Biografie gibt es Brüche; solche, die wir
selbst verschuldet haben und solche, die aus heiterem Himmel über
uns hereingebrochen sind. Auch wenn Brüche meist irgendwann
verheilen, hinterlassen sie Spuren und Fragen. Nicht immer lassen
sich Brüche erklären. Wichtig ist, dass Leben nicht grundsätzlich
zerbricht und dass es eine Vertrauen stiftende Kontinuität
gibt, die über alle Brüche hinausgeht. Auch in der Menschheitsgeschichte
gibt es Brüche, die das Leben in Frage gestellt haben.
So berichten die Bibel wie altorientalische Schöpfungsmythen
von einer Flut, in der alles Leben fast wieder untergegangen wäre,
wenn nicht eine Arche gerettet hätte. Immer wieder haben Menschen
über die Gründe von Gefahr und Rettung nachgedacht. Hat
menschliche Bosheit göttlichen Zorn heraufbeschworen? Was bewegt
einen Gott, seine Schöpfung zu vernichten? Ist alles nur ein
Experiment oder ein Spiel? Der biblische Gott sagt schließlich:
„Ich will diese Erde nicht mehr verfluchen, auch wenn das
menschliche Dichten und Trachten böse ist.“ Er zeigt
Herz. Er lässt sich vom Schicksal seiner Geschöpfe bewegen
und wird menschlicher. Er sucht die persönliche Beziehung.
Der Mensch kann dieser Nähe standhalten oder davor flüchten.
In der Flucht droht, dass er sich nicht nur von Gott, sondern auch
von der Menschlichkeit distanziert.
Was prägt unsere Gottesbeziehung? Wie verkraftet sie Brüche?
Dem will ein Abendgottesdienst nachgehen: am Samstag, 23. Februar
um 19 Uhr in der Auerbacher Bergkirche. Er steht im Kontext von
„Kunst und Kirche“. Es gibt stimmungsvolle Musik mit
Ottfried Miller an der Orgel und Monika Hölzle-Wiesen mit Flöte.
Dazu hält Pfarrer Engelbrecht eine Predigt mit Bildbetrachtung.
Er gibt Denk- und Sehhilfen zu dem Bild „Arche Noah-zweimal“
von Barbara Gertitschke.
Das Bild wird während des Gottesdienstes an die Kirchenwand
projiziert. Das Original hängt derzeit in einer Ausstellung
mit meditativen Bildern der Bensheimer Künstlerin, die im „Raum
der Stille“ des Evangelischen Gemeindezentrums in der Bachgasse
gezeigt werden. „Zwischenzeit“ lautet das Thema der
Ausstellung. Alle sind dahin eingeladen zum gegenseitigen Austausch
im Anschluss an den Gottesdienst gegen 20 Uhr. Die Bilder von Barbara
Gertitschke sind Ausdruck des Lebens in unserer Zeit. Sie spiegeln
Sichten, Wahrnehmungen und Gefühle. Jeder darf im Betrachten,
Nachdenken und im gegenseitigen Austausch seine eigenen Einsichten
finden.
Bild und Text: PfarrerKarl Michael Engelbrecht
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