Pastoralkolleg
der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau in Hyderabad
Das Verhältnis der Religionen zueinander und der interreligiöse
Dialog standen im Mittelpunkt eines Seminars, zu dem eine Gruppe
von Pfarrerinnen und Pfarrern aus der Evangelischen Kirche in Hessen
und Nassau (EKHN) für 13 Tage in die südindische Großstadt
Hyderabad gereist war. Vom 22. Januar und bis zum 3. Februar waren
die evangelischen Seelsorger und Seelsorgerinnen dort mit Vertretern
und Vertreterinnen unterschiedlicher Religionen wie Hinduismus,
Islam oder Buddhismus zusammengetroffen. Dabei führten sie
Glaubensgespräche, besuchten unterschiedliche Gottesdienststätten
oder Tempel und beschäftigten sich mit den Traditionen und
Lehren der verschiedenen Glaubensgemeinschaften. Nach ihrer Rückkehr
nach Deutschland zogen sie eine positive Bilanz ihrer Erfahrungen.
Geleitet wurde der Studienaufenthalt vom Propst für Oberhessen,
Klaus Eibach, aus Gießen. Der Studienaufenthalt der Theologengruppe
fand im Rahmen einer theologischen Fortbildung, eines so genannten
„Pastoralkollegs“, statt. Es war erst das zweite „Pastoralkolleg“
dieser Art und fand in dem interreligiösen Henry Martin Institut
in Hyderabad statt. Diese unabhängige Studieneinrichtung engagiert
sich für theologische Fortbildung und interreligiöse Begegnungen
mit dem Ziel der Versöhnung zwischen den Religionsgemeinschaften.
Gleichzeitig betreibt die Einrichtung mehrere Gemeinwesenprojekte
in Hyderabend und organisiert Friedensprojekte auch an anderen Orten
in Indien.
Die deutschen Theologen diskutierten mit ihren indischen Gesprächspartnern
auch über das Missionsverständnis. "Durch die Begegnung
mit den großen Religionen Indiens, also dem Islam, dem Hinduismus,
dem Buddhismus und dem Sikhismus, konnten die Pfarrerinnen und Pfarrer
ihre Kenntnisse über diese Religionen vertiefen und ihren christlichen
Glauben befragen lassen", sagte Propst Eibach nach der Rückkehr
nach Deutschland. Das Ziel des Pastoralkollegs sei gewesen, durch
gegenseitiges Verständnis die gemeinsame Verantwortung der
Religionen für Frieden und Gerechtigkeit in den jeweiligen
Gesellschaften deutlich zu machen, so Eibach. Dieses Ziel sei erreicht
worden. Die Gespräche hätten viele Impulse gegeben, die
zum weiteren Nachdenken und zur Suche nach Verständigung beitrügen.
Zu den Höhepunkten des Programms gehörten Gespräche
mit einem buddhistischen Mönch und die gemeinsame Begegnung
mit einem hinduistischen und einem islamischen Gelehrten in dem
hinduistischen Studienzentrum Vivekananda. Besonders intensiv beschäftigen
sich die protestantischen Pfarrer und Pfarrerinnen mit den unterschiedlichen
Richtungen des Islam und besuchten sowohl eine schiitische wie eine
sunnitische Moschee. Im Henry Martin Institute selbst hörten
die deutschen Gäste theologische Vorlesungen des katholischen
Theologen und Institutsleiters Dr. Andreas de’Souza über
die „Theologie der Beziehungen“.
Für einige Tage besuchte die Pfarrergruppe auch christliche
Gemeinden in der protestantischen Diözese von Krishna Godavari
am Golf von Bengalen, wo sie unter anderem in Gottesdiensten predigten,
mit dem Bischof der Diözese zusammentrafen und ein Hilfsprojekt
der EKHN für Opfer der Tsunami-Flutkatastrophe besichtigten.
Neben Propst Klaus Eibach waren Pfarrer Detlev Knoche vom Zentrum
Ökumene der EKHN und von Pfarrer Martin K. Reinel von der Öffentlichkeitsarbeit
der EKHN verantwortlich für das Pastoralkolleg. Teilnehmer
des Pastoralkollegs waren: Pfarrer Dr. Christoph Bergner aus Bensheim,
Pfarrerin Silke Bienhaus, Klinikseelsorgerin im evangelischen Dekanat
Bergstrasse, Pfarrer Jörg Brauer, Gefängnisseelsorger
in Rohrbach-Wöllstein, Pfarrerin Ursula Buchberger aus Friedrichsdorf,
Pfarrer Kornelius Büttner aus Gießen, Pfarrer Klaus Endter
aus Wiesbaden, Pfarrerin Ursula Kuhn aus Neunkirchen, Pfarrer Uwe
Kunz aus Frankfurt, Pfarrein Gundel Neveling aus Mainz. Pfarrer
Thomas Sinning aus Frankfurt und Pfarrer Horst Martin Stancke aus
Breitscheid.
Text und Bild: Evangelische Öffentlichkeitsarbeit
Bild: Schia Moschee :
Das Foto zeigt die Pfarrerinnen und Pfarrer der Evangelischen Kirche
in Hessen und Nassau (EKHN) bei einer interreligiösen Begegnung
in einer schiitischen Moschee in Hyderabad, Indien. Propst Klaus
Eibach (vorne, 3.v.l.) leitete dort ein Pastoralkolleg der EKHN
mit dem Thema interreligiöser Dialog und gemeinsame Verantwortung
der Religionen. Neben Propst Eibach der islamische Hodscha Hyder
Agha.
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