Welche
Schritte möchte ich als nächstes gehen, um meinem Berufsziel
näher zu sein? Was für ein Ziel habe ich überhaupt?
Mit diesen Fragen setzten sich am Samstag Schüler der Langenbergschule
in Birkenau und der Heppenheimer Martin-Buber-Schule auseinander.
Die Schüler gehören den beiden Patenprojekten an, die
die evangelische Kirche im Dekanat Bergstraße koordiniert.
Sie haben sich am Samstag erstmals gemeinsam mit den Paten der „Starthelfer“
in Birkenau und der „Strahlemann-Initiative“ Heppenheim
im Haus der Kirche zusammengesetzt und ihre Erfahrungen ausgetauscht.
Zusammen mit den beiden Referentinnen für Gesellschaftliche
Verantwortung im Dekanat, Edith Unrath-Dörsam und Ursula Tischer-Bücking,
sowie der Jugendreferentin Ulrike Schwahn erarbeiteten sie das weitere
Vorgehen in Sachen Ausbildungsplatz. Die Gesamtmoderation des Nachmittags
lag in den Händen von Christine Maurer (Cope OHG).
Die aktuellen Ziele der zehn Jugendlichen waren ganz verschieden,
denn auch ihre derzeitige Situation unterscheidet sich. Manche sind
gerade dabei Bewerbungen zu schreiben, andere stehen kurz vor der
Abschlussprüfung. Einer ist schon im zweiten Lehrjahr, die
meisten aber absolvieren noch Praktika und hoffen so auf eine Lehrstelle.
Ob künftiger Chemielaborant, Friseurin in spe, zukünftige
Arzthelferin, voraussichtlicher Einzelhandelskaufmann oder Realschüler
– Alle haben noch einen Weg vor sich, den sie dank ihrer Paten
nicht alleine beschreiten müssen.
So verschieden die Ausgangssituation, so unterschiedlich sind auch
die Schritte, die notwendig sind. Von mehr Bewerbungen schreiben,
über weitere Treffen mit den Paten bis zu Infos über den
angestrebten Beruf reichen die Schritte. Aber auch persönlich
wollen die Teenager an sich arbeiten. „Selbstbewusster werden“
ist am Ende des Tages auf einem Zeitstrahl zu lesen, den sie jeweils
gemeinsam mit dem Paten angefertigt haben und mit nach Hause nehmen
konnten, um in ein paar Wochen gemeinsam mit dem Paten schon ein
paar Punkte abzuhaken.
Auffallend bei allen Jugendlichen war ihre Dankbarkeit den Paten
gegenüber, die ehrenamtlich in ihrer Freizeit den Jugendlichen,
die sie zuvor nicht kannten, helfen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen.
Für die Paten standen an diesem Nachmittag zwei wichtige Fragen
ihrer Arbeit im Vordergrund: Worin besteht die Rolle des Paten und
wann ist meine Arbeit erfolgreich? Es gibt Parallelen aber auch
wesentliche Unterschiede zu der Rolle des Taufpaten. Beide sind
zum Beispiel Vorbild und Begleiter, aber nicht Therapeut oder Sozialarbeiter.
Und „Erfolg“ ist nicht nur der Abschluss eines Ausbildungsvertrages
sondern kann bereits ein Fortschritt im Verhalten des Jugendlichen
sein. Drei Projekte betreut das Evangelische Dekanat Bergstraße
zurzeit. Neben Strahlemann in Heppenheim und den Birkenauer Starthelfern
gehört auch das Alsbacher Projekt Fit for Job dazu. Knapp 40
Schülern werden so im Moment von Paten begleitet.
Text: Marion Körner
Foto: Niko (Praktikant)
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