Der
Empfang zum neuen Kirchenjahr hat am Samstagabend rund 230 Gäste
in die Fürther TV-Halle gelockt. Das Kirchenjahr beginnt am
1. Advent und bereits zum fünften Mal luden die Evangelischen
Dekanate Bergstraße und Ried zahlreiche Gäste aus den
Kirchengemeinden, Politik und Gesellschaft am Vorabend zu einem
Empfang.
Paul Ewald, der Präses der Dekanatssynode Ried, begrüßte
Oberkirchenrat Wolfgang Heine. Heine sprach in seiner Festrede von
der Landeskirche und ihren Reformen. Denn die Bibel enthalte viele
Aufrufe zur Reform und dies geschieht auch in der Evangelische Kirche
in Hessen und Nassau (EKHN). Manchen sei die EKHN vielleicht zu
lebhaft, zu unübersichtlich, aber Heine selbst sieht das anders:
„Unsere Bereitschaft, viel und kontrovers zu diskutieren,
Neues auszuprobieren“, aber das „hat etwas zu tun mit
der gesellschaftlichen Dynamik in der wir uns befinden.“ Und
die EKHN reagiere mit Tatkraft und mit Zuversicht.
An diesen Prozessen, die auf allen Ebenen in der Landeskirche stattfinden,
beteiligen sich viele, die auch in den Dekanaten aktiv sind. Allen
voran Professor Heinz Ufer, der Vorsitzende der Dekanatsstiftung,
die am Samstag nicht nur zum Essen einlud.
Der Oberkirchenrat stellte auch die Zusammenarbeit der beiden Dekanate
dar und ihre Partnerschaft zum Landkreis Bergstraße. Diese
Partnerschaft hob auch Landrat Matthias Wilkes hervor, der die Arbeit
in Sachen Bleiberecht und SCHUB-Klassen lobte. Dekanin Ulrike Scherf
verlas das Grußwort für Kultusministerin Karin Wolff,
die in diesem Jahr nicht dabei sein konnte. Wolff hob in ihrem Schreiben
die Arbeit der Gemeinden hervor und freute sich, dass mit dem Empfang
das Kirchenjahr vom übrigen Jahr abgehoben wurde. Präses
Axel Rothermel übermittelte die Grüße vom Präses
der Kirchensynode, Prof. Karl Heinrich Schäfer, der die beiden
Dekanate als eine Region kennt, in der kirchliches, glaubwürdiges
Leben praktiziert werde, die Kirche gesellschaftliche Verantwortung
übernehme und den Menschen zugewandt sei.
Im Mittelpunkt des Abends stand die Ehrung von Liselotte Lannert
mit der Starkenburger Silberplakette. Laudator Erich Nauth lobte
das faszinierende Engagement der Zotzenbacherin, die 50 Jahre lang,
die Kirchenkasse verwaltet hat. Fünf Pfarrer hat sie in dieser
Zeit in Sachen Geld beraten und sich in vielen anderen Bereichen
im kirchlichen Leben stark gemacht. Als Mitbegründerin und
Vorsitzende des Frauenkreises ist sie noch immer aktiv. Als gelebte
Nächstenliebe bezeichnete Nauth das, was sich Lannert nicht
nehmen lässt. Sie kocht immer wieder ein paar Portionen mehr
für die Kranken oder Bedürftigen in der Gemeinde und besucht
bei Altengeburtstagen gerne die Jubilare. Nauth wandte sich in seiner
Laudatio auch an ihren Mann Karlheinz Lannert, der seiner Frau hilft
und ihr Engagement unterstützt. Am Samstag bekam sie für
ihr Engagement von Dekanin Scherf und Präses Rothermel eine
Ehrenurkunde und die Plakette verliehen. Ganz viele Glückwünsche
und stehende Ovationen folgten der Verleihung.
Pröpstin Karin Held legte die Jahreslosung für 2008 gewohnt
spritzig, amüsant und auch etwas provozierend aus. Sie verglich
sie die Jahreslosung mit Zeitungshoroskopen. Held sprach von Regenschirmworten,
die so wage sind, dass sie ein großes Feld umspannen und sich
auf viele Situationen übertragen lassen sowie Balsamtexten,
die jeder gerne hört und sie scheute sich nicht, hier zwischen
Losung und Horoskop Parallelen zu ziehen. Aber sie stellte auch
die Unterschiede heraus, die vor allem darin liegen, dass die Losung
„von einem Menschen stammen, den wir kennen“, Jesus
Christus, und nicht von einem unbekannten Schreiber und er selbst
mit seinem Leben für diese Worte eingestanden ist. Und so dürfen
sich Christen 2008 an den „Regenschirmworten und dem christlichen
Balsamtext“ erfreuen: „Ich lebe und ihr sollt auch leben“.
Es war ein würdiger Beginn für das neue Kirchenjahr und
die Adventszeit, vor allem auch durch die musikalische Unterstützung
der Kirchenchöre Fürth und Siedelsbrunn und dem Schlierbacher
Posaunenchor und der tollen kulinarischen Betreuung von Seiten des
TV-Fürths. Traditionell ruft die Evangelische Kirche in der
Adventszeit zu Spenden auf. Die Hilfsaktion «Brot für
die Welt» wurde am Sonntag im hessischen Marburg eröffnet.
Text und Bild: Marion Körner
|