Mit einem feierlichen Festgottesdienst und anschließendem
Empfang feierte die Evangelische Stephanusgemeinde ihren 40. Geburtstag.
Pröpstin Karin Held sprach in ihrer Predigt davon, was eine
Gemeinde ausmacht. „Gemeinde, das sind die vielen Menschen,
die in den vergangenen 40 Jahren die Gottesdienste besucht haben
– erst im Kirchsaal, dann in der Stephanuskirche.“ Gemeinde
seien aber auch diejenigen, die sich engagiert haben in den vielen
Jahren.
Die Stephanusgemeinde entstand 1967 aus der Michaelsgemeinde. Mit
einem Augenzwinkern berichtete davon Pfarrer Dr. Stefan Kunz in
seinem Festgedicht. „Die G'meinde von St. Stephanus,die ist
gewiß ein großes Plus,ein Lichtblick hier in unsrer
Stadt,die unsre Sympathien hat. Dass ihr dies Werk so wohl gelingt,
wie's heut im Lobpreis laut erklingt, das macht nun auch - ganz
ohne Fehl- die Herkunft aus St. Michael. Der Apfel fiel nicht weit
vom Stamm, das Mutterschaf gebar ein Lamm. Vor 40 Jahr'n ist das
gescheh'n, und heute ist's mit Stolz zu sehn.“ Geboren wurde
das Lamm zu einer Zeit, in der Bensheim selbst wuchs, wie Bürgermeister
Thorsten Herrmann in seinem Grußwort beim Empfang berichtete,
zuvor war im Westen nur eine kleine Siedlung. Und Herrmann weiß
dass zu schätzen, denn „die Stephanusgemeinde war und
ist ein prägendes Element der Stadt.“ Die Pröpstin
fragte sich in der Predigt, .welches Programm der Name „Stephanus“
der Gemeinde gibt.
Denn Stephanus, so verlas es Pfarrerin Renate Schmidt zuvor, war
ein weiser Diakon und der erste überhaupt, der getötet
wurde, weil er sich zu Jesus bekannte. Die christliche Botschaft
braucht Vorbilder, die den Glauben lebbar machen. Dietrich Bonhoeffer,
Elisabeth von Thüringen oder eben Stephanus waren solche Vorbilder.
„Worte belehren, aber Beispiele ziehen“, zitierte die
Pröpstin aus dem Lateinischen. Allerdings seien Vorbilder keine
Kopiervorlagen. „Das war deren Weg zu deren Zeit. Für
das Wie haben wir unsere eigene Verantwortlichkeit. Aber dass sie
es getan haben, das ist unser Vorbild“ und das zeige sich
auch in der jüngeren Bensheimer Gemeinde in der Kindertagesstätte,
im Gottesdienst und im Ehrenamt.
Auch am Sonntag war davon wieder einiges zu sehen und zu hören.
In liebevoller Arbeit haben viele Helfer den Gottesdienst vorbereitet,
die Gemeinde und die Besucher begrüßt und den Sektempfang
vorbereitet. Der Erwachsenen-Flötenkreis mit seiner Dirigentin
Ingeborg Hild und der Posaunenchor unter Leitung von Peter Leisemann
bereicherte den Gottesdienst. Und auch Jens Witte trug mit seiner
Orgelmusik zu einem gelungenen Festgottesdienst bei. Im Anschluss
an den Empfang gab es eine Diaschau aus den vergangenen 40 Jahren,
die Renate Krebs vorbereitete.
Der Präses der Dekanatssynode Axel Rothermel fragte sich beim
Empfang, wie die Diskussion wohl ausgesehen hat vor 40 Jahren, als
die Entscheidung anstand, eine neue Gemeinde zu gründen. Und
vor allem, wie man heute entscheiden würde. Er lobte den Mut
und den Tatendrang, der zur Gemeindegründung führte und
auch die vielen Dinge, die oft übersehen werden, wie die Arbeit
des Kirchenvorstandes, die Gemeinschaft, die ökumenische Arbeit
der vergangenen 40 Jahre.
40 Jahre bestand auch die Nachbarschaft zwischen dem Konfessionskundlichen
Institut und der Gemeinde. Dr. Walter Fleischmann-Bisten, der Leiter
des Instituts, weiß die biblische Zahl von 40 Jahren zu schätzen,
vor allem auch, weil er selbst mehr als die Hälfte der Zeit
miterlebte. Nun geht diese Nachbarschaft zwar zu Ende, aber mit
seinem Geschenk zum Jubiläum schaffte er auch eine Verbindung
für die kommenden 40 Jahre. Denn alle Exemplare der Taschenbuchreihe
"Bensheimer Hefte", die in den nächsten 40 Jahren
erscheinen, soll die Gemeinde kostenlos erhalten.
Ihre Glückwünsche überbrachte Christine Franke, die
Leiterin der Kindertagesstätte, die der Gemeinde einen Stern
mit Licht schenkte, der für sie sinnbildlich für die Kirchengemeinde
steht. Auch Helga Stephan, eine der drei Leiterinnen des Frauen-
und Mütterkreises, gratulierte stellvertretend für die
Kirchengemeinde den beiden Pfarrerinnen Petra Babylon und Renate
Schmidt und von der Laurentiusgemeinde war es Pastoralreferent Hans-Peter
Kohl, der bei diesem Geburtstag die Gemeinsamkeiten der beiden Gemeinden
betonte.
Text: Marion Körner
Bild: Georg Moodt
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