Es ist eine Binsenweisheit, dass jeder Mensch sterben muss. Sterben
und Tod gehören zu jedem menschlichen Leben dazu. Denn nicht
nur der eigene Tod ist sicher und gewiss, sondern auch der Tod der
Menschen, die um einen sind, mit deren Verlust man jederzeit konfrontiert
werden kann.
Der Tod ist eine Erfahrung, die alle Menschen auf dieser Welt teilen.
Und doch geht jede Kultur mit dieser Konstante anders um, misst
ihr anderen Wert bei und hat andere Rituale, die den Übergang
von Leben zu Tod begleiten.
In unserer westlichen Gesellschaft ist Tod ein Tabuthema geworden
ist, das oft verdrängt wird. In vielen Gesellschaften Afrikas
durchdringen Vorstellungen über den Tod, das Jenseits und die
Ahnen jedoch noch stets den Alltag, weiß Dr. Ulf Vierke, Afrika-Ethnologe
der Universität Bayreuth.
In seinem Vortrag „Sterben und Umgang mit Tod in Afrika“
wird er am 2. November um 19.30 Uhr im Haus der Kirche beispielhaft
zeigen, welche Vorstellungen die Senufo, eine große Volksgruppe
im Norden der Elfenbeinküste, über den Tod, das Jenseits
und die Ahnen haben.
Eingeladen von der Notfallseelsorge wird er anhand einer traditionellen
Beerdigung aus den 1990er Jahren zeigen, wie eng in der Sicht der
Senufo ihr alltägliches Leben mit der jenseitigen Welt und
den mächtigen Ahnen verbunden ist: Konflikte und Unstimmigkeiten
im sozialen Gefüge der Lebenden rufen den Unmut der Ahnen hervor
oder können umgekehrt Anzeichen für deren Unzufriedenheit
sein.
So ist der Tod eines Menschen in der Kultur der Senufo nicht nur
ein persönliches, trauriges Ereignis, sondern stellt vor allem
die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit vor die Aufgabe, dem Geist
des Verstorbenen den Eintritt ins Jenseits zu ermöglichen und
damit das Gleichgewicht zwischen Diesseits und Jenseits und den
Einklang zwischen Ahnen und Lebenden wiederherzustellen.
Den Vortrag „Sterben und Umgang mit Tod in Afrika“ gibt
es am 2. November um 19.30 Uhr im evangelischen Haus der Kirche
in der Ludwigstraße 13. in Heppenheim. Der Eintritt ist frei.
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