01.04.2009 "Hauptberuflich als Model arbeiten, das wäre nichts für mich"


Wie ist es eigentlich, wenn man sich plötzlich selbst von einem Plakat anlächelt?

Es ist schon merkwürdig. Aber irgendwie auch cool. Vor kurzem bin ich mit einer Freundin zufällig an meinem Plakat vorbeigekommen. Ich habe es da zum ersten Mal in der Öffentlichkeit gesehen. Meine Freundin und ich mussten total lachen. Das ist schon eine richtig seltsame Situation, wenn man plötzlich neben sich selbst steht. Ziemlich krass.

Wie kommt es, dass Du bei der Kampagne mitmachst? Was hat dich daran gereizt?

Ich bin vom Öffentlichkeitsreferenten des Evangelischen Dekanats angesprochen worden, ob ich nicht Lust hätte, für das Konfirmanden-Plakat Modell zu stehen. Ich habe spontan zugesagt, weil ich es einfach spannend fand und gerne wissen wollte, wie so ein Fotoshooting abläuft. Dass mein Gesicht dann irgendwann wirklich auf ein Plakat gedruckt wird und in der Öffentlichkeit hängt, habe ich mir gar nicht so bewusst gemacht. Damit beschäftige ich mich eigentlich erst jetzt so richtig.

Wie war das Shooting, der Fototermin für dich?

Ich fand es wirklich interessant. Und vor allem anstrengend. Es hat fast drei Stunden gedauert. Irgendwann konnte ich gar nicht mehr lächeln, weil mein Gesicht einfach nur noch verkrampft war. Das ist wirklich harte Arbeit, obwohl der Fotograf sehr geduldig war. Zum Glück durfte ich zwei Freundinnen zum Shooting mitnehmen. Das empfand ich als sehr angenehm. Die beiden sind übrigens auch auf dem Plakat zu sehen, wenn auch nur verschwommen im Hintergrund.

Gibt es Reaktionen auf das Plakat?

Ja, sogar sehr viele. Meine Freunde finden es eigentlich alle toll. Und ich werde von vielen Mitschülern darauf angesprochen. Zum Teil auch von solchen, die ich gar nicht näher kenne. Über die Internetplattform Schüler-Vz zum Beispiel. Einige meiner Lehrer haben auch schon Kommentare dazu abgegeben. Mit so vielen positiven Reaktionen habe ich gar nicht gerechnet.

Wieso nicht?

Ganz ehrlich? Ich mag mich auf dem Plakat nicht besonders leiden. Als ich es zum ersten Mal gesehen habe, war ich richtig erschrocken. Ich finde, dass bei dem Shooting schönere Bilder entstanden sind. Auf die Bildauswahl hatte ich leider keinen Einfluss. Mittlerweile habe ich mich etwas daran gewöhnt. Und vielen anderen scheint es ja gut zu gefallen. Das ist echt verrückt, oder? Ich weiß zum Beispiel, dass das Plakat ganz groß auf einer Litfasssäule direkt vor dem Stadion am Böllenfalltor hing. Und dass Plakate mit meinem Bild sogar nach Berlin geschickt wurden. Mich freut es natürlich, dass es so gut ankommt. Aber schöner finde ich das Bild deswegen immer noch nicht.

Auf dem Plakat machst du Werbung für den Konfirmanden-Unterricht. Kannst du dich mit der Aussage des Plakates identifizieren?

Ich komme aus einer Familie, in der Glaube und Religion eine wichtige Rolle spielen. Insofern war es klar, dass ich zum Konfi-Unterricht gehe. Es war denjenigen, die diese Kampagne initiieren, wichtig, dass ich wirklich eine Konfirmandin bin. Ich finde, dass der Konfi-Unterricht Spaß macht. Was allerdings nicht bedeutet, dass es nicht Dinge gibt, die ich in meiner Freizeit noch lieber mache.

Was nimmst du mit aus dieser ganzen Erfahrung?

Es war eine coole Aktion, die ich auch noch mal machen würde. Allerdings habe ich gemerkt, dass ich keine Lust hätte, später hauptberuflich als Model zu arbeiten. Das wäre nichts für mich. Ich wünsche mir einen kreativeren Beruf. Der Platz hinter der Kamera würde mich ehrlich gesagt mehr reizen.


 Interview u. Foto: Sebastian von Gehren