26.02.2009 Stiftung Orbishöhe fördert neue Projekte in der Kinder- und Jugendhilfe


Die Stiftung Orbishöhe, die sich in der Region Starkenburg für die Kinder- und Jugendhilfe engagiert, hat eine erfolgreiche Bilanz für das vergangene Jahr gezogen. Trotz Finanzkrise kann sie auch in diesem Jahr neue Projekte fördern.

Wie im Vorjahr geht mit 15.000 Euro der größte Einzelbetrag an das Mutter-Kind-Projekt in Rimbach. „Wir wollen vor allem innovative Projekte fördern. Die Rimbacher Einrichtung bietet Hilfen, die beispielgebend sind“, erläuterte der Beiratsvorsitzende der Stiftung und Präses der Evangelischen Dekanats Bergstraße, Axel Rothermel. In dem vom Diakonischen Werk betriebenen Projekt können Mütter, die psychische Probleme haben, mit ihren Kindern zusammen leben und wohnen. „Dieses Projekt ist in dieser Form einzigartig in der Region“, betonte der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Bergstraße, Hendrik Raekow, der ebenfalls Mitglied im Beirat der Stiftung Orbishöhe ist.
Neu gefördert wird mit 2.000 Euro die Mehrgenerationenarbeit in Wald-Michelbach. Auch dieses Projekt gilt als innovativ. „Die evangelische Kirchengemeinde, die politische Gemeinde und bestehende Initiativen ziehen an einem Strang. Es soll modellhaft ein Netzwerk geknüpft werden, das generationsübergreifend Hilfe und Unterstützung organsiert“, so Beiratsvorsitzender Axel Rothermel.

Auch zwei Projekte der gemeinnützigen Orbishöhe GmbH mit Sitz in Zwingenberg werden von der Stiftung  finanziell gefördert. Die Orbishöhe GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Nieder-Ramstädter Diakonie und arbeitet unabhängig von der Stiftung Orbishöhe. Sie ist ebenfalls in der Kinder- und Jugendhilfe engagiert. Bei einem Rundgang im  Zwingenberger Stammhaus der Orbishöhe informierte sich der Stiftungsbeirat über die vielfältigen pädagogischen Hilfen. So werden unter anderem Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren betreut, die in der Schule verhaltensauffällig geworden sind oder Konzentrationsschwierigkeiten haben. „Das kommt bei Kindern aus allen Bildungsschichten vor. Bei uns sollen sie lernen, ein Mit-Gefühl für andere zu entwickeln“, erläuterte die Regionalleiterin Bergstraße-Odenwald, Nicole Steigler. Der Geschäftsführer der Orbishöhe GmbH, Horst Wann, betonte, dass Konzentrationsschwierigkeiten bei Kindern zunehmen. „Durch andauernde Reizüberflutung wird Kindern alles gleich wichtig. Sie versuchen auf alles zu reagieren.“ Mit finanzieller Unterstützung der Orbishöhe Stiftung werden den Betroffenen gezielte Angebote gemacht. Der Stiftungsbeirat bewilligte jetzt  6.000 Euro für die  Renovierung und den Ausbau eines Bewegungsraumes in der Zwingenberger Einrichtung. In dem Bewegungsraum muss der Fußboden erneuert werden; für die Kinder werden neue Spiel- und Sportgeräte sowie eine Kletterwand und ein Hangelparcours angeschafft. Außerdem stellt die Stiftung Orbishöhe 2.800 Euro für die Anschaffung von Kanus zur Verfügung. Damit sollen sich Jugendliche bereits ab dem Frühjahr auf dem Lampertheimer Altrhein nicht nur sportlich betätigen, sie sollen auch lernen, aufeinander Rücksicht zu nehmen und teamfähig zu werden. „Als Stiftung  wollen wir Hilfe zur Selbsthilfe geben und junge Menschen in die Lage versetzen, ihr Leben in die Hand zu nehmen und zu meistern. Unsere Hilfe ist kein Strohfeuer, sondern langfristig angelegt“, betonte Axel Rothermel.

Welche Wirkung geförderte Projekte haben können, erläuterte der Vorsitzende des Kreistages Bergstraße und Beiratsmitglied, Werner Breitweiser, am Beispiel einer von der Stiftung Orbishöhe im vergangenen Jahr geförderten Jugendreise nach Kreisau in Polen. Insgesamt 35,  für rechtsradikales Gedankengut anfällige Jugendliche aus der Region hätten dort sehr intensive und sehr persönliche Erfahrungen mit deutscher Geschichte und dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus gewonnen. Werner Breitwieser: „Das sind Erlebnisse, die man nicht so schnell vergisst“.

Die Stiftung Orbishöhe ist eine kirchliche Stiftung mit einem Stiftungskapital von einer Million Euro. Zustiftungen sind grundsätzlich möglich und sehr willkommen. Aber auch Einzelspenden sind erwünscht. Damit könnte die Zahl der geförderten Projekte in der Kinder- und Jugendhilfe weiter ausgebaut werden.

Das Foto zeigt die Beiratsmitglieder der Stiftung bei einem Informationsrundgang durch die Räumlichkeit der Orbishöhe in Zwingenberg – von links nach rechts: Horst Wann, Nicole Steigler, (beide Orbishöhen GmbH) und die Beiratmitglieder der Stiftung Orbishöhe Axel Rothermel, Werner Breitwieser und Hendrik Raekow.

Text u. Foto: bet