Kirche macht Musik - Musik macht Kirche

 Motiv Worte - (c) Deutscher Caritasverband
Der Chor der Chorleiter/innen der Dekanate Bergstraße und Ried

Hier finden Sie fortlaufend aktualisierte Informationen zum Jahr der Kirchenmusik 2012

 

"Musik in Farbe" - Mal-Werkstatt gestaltet Liedtafeln


Im „Jahr der Kirchenmusik“ macht die Mal-Werkstatt der Projektgruppe „Offene Kirche“ in Zwingenberg  Musik in Farbe. Lieder aus dem Evangelischen Gesangbuch werden in Bilder umgesetzt. Das geschieht auf alten, nicht mehr benötigten Liedtafeln aus der Evangelischen Bergkirche in Zwingenberg.

Gudrun Unshelm hat sich das Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud“ ausgewählt. „Wer dieses Lied singt oder hört, entwickelt Emotionen. Ich horche in mich hinein und versuche diese Emotionen farblich zu gestalten, sagt die Hobby-Malerin. Auf der Liedtafel, die Postkartenformat hat, erscheinen vor allem die Farben rot und gelb.

Anders bei Hannelore Land: „Ich habe mich eher vom Text leiten lassen“. „Eine feste Burg ist unser Gott“  hat sie malerisch umgesetzt. Auf der Liedtafel dominiert das Rot. Bei dem Lied „Ins Wasser fällt ein Stein“ ist es natürlich das Blau. „Zuerst habe ich gedacht, dieses Lied
kommt bei meinem Nachnamen überhaupt nicht in Frage. Doch dann habe ich mich bewusst dafür entschieden“, sagt augenzwinkernd Beate Stein.

 „Kein gegenständliches Malen!“ Diese Devise hatte die künstlerische Leiterin der Mal-Werkstatt Ulrike Fried-Heufel (auf dem Foto links in der Mitte) ausgegeben. „Ich habe die 14 Kursteilnehmer ermuntert, abstrakt zu malen. Form und Farbe sollten vor allem motivbildend sein“. Mit den Ergebnissen ist die Zwingenberger Künstlerin sehr zufrieden „Alle sind hoch motiviert, begeisterungsfähig und malerisch versiert“.

Der einzige Mann in der Mal-Werkstatt ist Peter Hachenberger. Zu „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ hat er gleich drei Liedtafeln bemalt. In den Versen heißt es „Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bittern“ und an anderer Stelle „Lass warm und hell die Kerzen heute flammen“. „Dietrich Bonhoeffer, der dieses Lied in Gefangenschaft schrieb, hat mich mein ganzes Leben begleitet“, betont Peter Hachenburg. Kelch wie Kerzen (Foto links), Leid wie Hoffnung sind die gestalterischen Motive auf den Liedtafeln. Auch Irmgard Wagner (Foto unten) hat eine Liedtafel nach dem Bonhoeffer-Lied bemalt. Einige rote Linien deuten auf Leid, auf Haft und schließlich die Ermordung Bonhoeffers 1945 im KZ-Flossenburg hin. Doch auf der Liedtafel dominiert das Grün, die Farbe der Hoffnung.



Begonnen hatte die ungewöhnliche Aktion bereits im vergangenen Advent. Die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Zwingenberg konnten per Fragebogen ihre Lieblingslieder aus dem Evangelischen Gesangbuch bestimmen. „Der Rücklauf war überraschend groß. 90 Personen beteiligten sich an der Abstimmung. Die zehn Lieder, die die meisten Stimmen bekommen haben, dienten als Vorgabe“,  erläutert Irmgard Wagner, die gemeinsam mit Renate Weber die Mal-Werkstatt organisiert hat.

Musik in Farbe gibt es am 9. September, dem Tag des offenen Denkmals, bei einem Konzert in der Zwingenberger Bergkirche. Dort werden dann auch die bemalten Liedtafeln präsentiert.

„Kirche macht Musik – Musik macht Kirche“ lautet das Motto zum Jahr der Kirchenmusik, das die Evangelische Kirche 2012 begeht. Im Evangelischen Dekanat Bergstraße gibt es Musik sogar in Farbe.


 

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Mit Rocker und Rollator – Spot zum Jahr der Kirchenmusik

Eine ältere Frau mit Rollator, ein Rocker und genervte Autofahrer sind die Hauptdarsteller in einem Videospot der Evangelischen Landeskirche Baden zum Jahr der Kirchenmusik. Er spielt mit dem Motto „Gottesklang ist überall“. Der humorvolle Spot will Menschen ansprechen, die eher nichts mit Kirchenmusik zu tun haben, und ihre Neugier am Programm im Jahr der Kirchenmusik 2012 wecken. Der gut eine Minute lange Film ist nur einen Klick entfernt: www.youtube.com/ekibatv

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Kirchenmusik seit der Reformationszeit - Musik und Vortragsabende in Auerbach

Die Gemeindegruppe des Evangelischen Bundes im Dekanat Bergstraßre und die Erwachsenenbildung der Evangelischen Kirchengemeinde Auerbach laden zu der Veranstaltungsreihe "Kirchenmusik seit der Reformationszeit" ein.

1. Februar um 20.00 Uhr
"Dass wir getrost und all in ein mit Lust und Liebe singen" Kirchenlieder und Instrumentalmusik der Reformationszeit mit dem Ensemble für Alte Musik, Götzenhain. Leitung: Elke Faust

8. Februar um 20.00 Uhr
Kirchenmusik im Zeitalter des Barock. Der evangelische Beitrag zu einer glanzvollen Epoche. Vortrag von Pfarrer Dr. Christoph Bergner mit Hörbeispielen. Es musizieren: Monika Hölzle-Wiesen (Flöte) und Dr. Christoph Bergner (Klavier)

15. Februar um 20.00 Uhr
Geistliche Musik der Romantik. Vortrag von Kirchenpräsident a.D Prof. Dr. Peter Steinacker (Foto links)

 

 

 

Alle Veranstaltungen finden statt im Ev. Gemeindezentrum Bensheim-Auerbach, Bachgasse 39.
Der Eintritt ist frei - Spenden sind willkommen.

 

28. April
Auf den Spuren der Reformation" heißt eine Tagesexkursion nach Neustadt an der Weinstraße. Sie wird von Pfarrer Karl Michael Engelbrecht und Pfarrer Dr. Walter Fleischmann-Bisten geleitet. Anmeldung und Information im Pfarrbüro Auerbach, Tel.: 06251-71184

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„Konzerte am Stück“  - die 7. Viernheimer Kirchenmusiktage

Für das Auftaktkonzert  am Samstag, den 28. Januar um 19.30 Uhr in der Viernheimer Friedenskirche (Konrad-Adenauer-Allee 16) konnten hochkarätige Interpreten für einen Liederabend gewonnen werden. Matthias Horn (Bariton) wird zusammen mit Christoph Ullrich (Klavier) Schuberts Winterreise interpretieren. Beide Künstler haben Engagements im In- und Ausland.   (Karten zu € 10.-/7.-an der Abendkasse).

Am Sonntag den 29. Januar geht es mit einem Kantatengottesdienst um 10.00 Uhr in der Auferstehungskirche (Berliner Ring 74) weiter.Solisten, ein Kammerensemble und die Kleine Cantorey Viernheim werden unter Leitung von Martin Stein (Foto links) J.S. Bachs Liedkantate "Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut"  BWV 117 zur Aufführung bringen. Kirchenrat i.R. Hartmut Greiling konnte für eine Liedpredigt gewonnen werden, Pfrn. Denise Wenz wird die Liturgie gestalten.

Im Anschluss an diesen festlichen Gottesdienst wird um 11.30 Uhr die Gesangbuchausstellung "Gesangbuch - Wegbegleiter des Glaubens", die Herbert Kempf konzipiert hat, eröffnet. Die Gesangbuchausstellung zeigt anhand von Faksimiles und Originalen die Entwicklung von der Zeit vor der Reformation bis in die heutige Zeit auf  Eine Einführung  zum Thema "Ökumene im Gesangbuch" wird Prof.Dr. Wolfgang Herbst aus Heidelberg geben. Die Ausstellung ist vom 29.1. bis 19.2. jeweils mittwochs, samstags und sonntags von 15.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, zusätzlich im Anschluss an die Gottesdienste und nach Vereinbarung (Tel.: 06204/2999).

Mit einem Angebot für Familien finden die Kirchenmusiktage am Freitag, den 3.Februar um 16.00 Uhr in der Auferstehungskirche ihre Fortsetzung. Das Orgelkonzert für Kinder "Die Kirschin Elfriede" mit Musik von Christiane Michel-Ostertun wird von Konja Voll (Orgel) und Claudia Stein (Sprecherin) dargeboten. Geeignet ist dieses Angebot für Kinder ab 5 Jahren. (Karten zu €2.-/4.- an der Abendkasse).

Beim Abschlusskonzert der 7. Viernheimer Kirchenmusiktage am 5.Februar um 17.00 Uhr in der Auferstehungskirche sind Psalmen – Lieder der Bibel zu hören. Die Stücke von Heinrich Schütz (aus den Psalmen Davids für zwei bis vier Chöre), Felix Mendelssohn-Bartholdy (achtstimmige Psalmmotetten) Leon Boellmann  (Suite gothique u.a.) singen und spielen das Solistenquartett, Blechbläserquartett, Akkordeonensemble des HCH, die Ev. Kantorei Viernheim, Daniela Grenz (Akkordeon), Christiane Michel-Ostertun (Orgel). Die musikalische Leitung haben Stefan Kutscher und Martin Stein.


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"Singen macht klug, gesund und schön!" - 2012 ist Jahr der Kirchenmusik

„Kirche macht Musik – Musik macht Kirche“ lautet das Motto zum Jahr der Kirchenmusik, das die Evangelische Kirche 2012 begeht. Auch im Evangelischen Dekanat Bergstraße ist jede Menge Musik drin.

Neue Impulse im Jahr der Kirchenmusik erwartet Propsteikantor Konja Voll. „Besondere Ideen werden auf allen Ebenen umgesetzt - etwa eine Malwerkstatt zu Kirchenliedern. Es wird auch eine Uraufführung eines größeren Chorwerks in Bensheim geben oder den Kinderchortag in Rimbach.“ Die Vielfalt der Kirchenmusik werde sich in einer Vielzahl von Konzerten widerspiegeln.

Für Protestanten bedeutet Kirchenmusik seit jeher nicht nur Gesang und Klang. Wer singt, betet doppelt, davon war Martin Luther überzeugt.  Das Kirchenlied bekam mit der Reformation eine neue Bedeutung. „Es ist nicht mehr nur schmückendes Beiwerk im Gottesdienst, die Musik selbst wird als Verkündigung des Evangeliums verstanden“, betont Kantor Voll.

„Luther habe gewusst, dass das Evangelium nicht nur den Verstand, sondern alle Sinne anspreche“, meint Hermann Birschel, Gemeindepfarrer in Zotzenbach und Mitglied im Dekanatsausschuss für Kirchenmusik. „Das Singen ist dafür eine besondere Möglichkeit, weil wir singend nicht nur hören, sondern mit unserem Körper beteiligt sind, weil die Musik uns ergreift und mitschwingen lässt “.

Sein erstes geistliches Liederbuch aus dem Jahr 1529 nannte Luther bewusst „Gemeindegesangbuch“. Bahnbrechend war, dass die Lieder in deutscher Sprache geschrieben und gesungen wurden. „Damit konnte die Gemeinde aktiv am Gottesdienst teilnehmen und singend selbst das Evangelium verkünden. Das entspricht dem Priestertum aller Gläubigen, die in unmittelbare Beziehung zu Gott treten können und nicht mehr auf eine Vermittlung durch einen Priester angewiesen sind“, erläutert die Bergsträßer Dekanin Ulrike Scherf.

Auf musikalische Ausbildung legten die Reformatoren Wert. „Kinder müssen singen und die Musica mit der ganze Mathematica lernen“, forderte Luther. Er schrieb Kirchenlieder, die heute zu den Klassikern im evangelischen Gesangbuch gehören. Über die Jahrhunderte ist stets Neues entwickelt worden. Aktuelle Trends hat die Kirchenmusik aufgegriffen. Die Anzahl der Gospel-Chöre ist in den vergangenen Jahren zum Beispiel sprunghaft angestiegen. Das hat Gründe, meint Marion Huth, Kirchenmusikerin in Seeheim und Leiterin des Dekanats-Gospelchors „Zwischentöne“ mit derzeit 36 Aktiven. „Es ist deutlich zu spüren, dass viele Menschen nicht nur Musik passiv hören, sondern wieder selbst aktiv werden wollen. Gospel ist geistliche Pop-Musik. Zu ihr finden Menschen eher einen Zugang, die selbst mit Pop-Musik aufgewachsen sind.“ Die „Zwischentöne“ sorgen nicht nur bei Konzerten, sondern auch bei besonderen Gottesdiensten für musikalischen Schwung.

Der Dekanat-Gospelchor ist im Jahr der Kirchenmusik ebenso zu hören wie Kinderchöre oder der Oratorienchor Bergstraße mit seinen rund 80 Sängerinnen und Sängern. Bei aller Unterschiedlichkeit ist allen gemeinsam, was Musikwissenschaftler herausgefunden haben: wer gemeinsam singt,  lebt glücklicher. Verschiedene Studien kommen unabhängig voneinander zu dem Ergebnis, dass Singen die Stimmung hebe, vor Stress schütze und das körperliche und seelische Wohlbefinden steigere. Kurz: Singen macht klug, gesund und schön!

 

Fotos von oben n. unten: Konja Voll, Hermann Birschel, Ulrike Scherf, Marion Huth

Informationen zur Kirchenmusik im Evangelischen Dekanat Bergstraße unter:
http://www.bergstrasse-evangelisch.de/fachbereiche/musik.htm